Projekt gestartet: Pflegebotschafter 4.0

Neues Projekt informiert in Schulen über Pflegeberufe -

„Riesensmartphone“ tourt durch den Landkreis

Foto: Sascha Rühl

Auszug aus Pressemitteilung:

Landkreis Cloppenburg. Ein sogenannter „Pflegebotschafter 4.0“ wirbt seit dieser Woche in der Cloppenburger Marienschule für den Pflegeberuf. Dabei handelt es sich um einen großen, futuristisch wirkenden Computer mit Touchscreen, über den Schüler spielend einfach auf Videos, Texte und Ansprechpartner zum Pflegeberuf zugreifen können.  „Mit dem Projekt möchten wir Schülern, die sich in der Berufsorientierungsphase befinden, die Ausbildungsmöglichkeiten in der regionalen Pflegebranche auf digitalem Wege nahe bringen“, erklärt Thole Terhaag, Projektkoordinator vom Cloppenburger Verein "Perspektive: Pflege!".

Durch das Projekt erhofft sich der Verein, dessen Ziele die Gewinnung und Bindung von Pflegekräften sowie Imagepflege sind, dass insbesondere die Vorteile der neuen dreijährigen Pflegeausbildung von Schülern erkannt werden. „Es ist auch wichtig, dass die Schüler hier an einem neutralen Ort informiert werden. So können sie die Fakten prüfen, ohne durch Leute, die vielleicht noch ein schlechtes Image im Kopf haben, beeinflusst zu werden“, ergänzt Vereinsvorsitzende Petra Lüllmann.

„Wir wollen versuchen, mit diesem Medium junge Leute zu erreichen, Vorurteile über den Pflegeberuf abzubauen und Hemmschwellen zu überwinden“, verrät Schriftführer Sven Unnerstall. „Die Pflegebranche ist vielseitig, bietet verschiedenste Berufsperspektiven und quer durch das Berufsfeld Entwicklungsmöglichkeiten“, betont Unnerstall, der als Mitarbeiter der Heimaufsicht des Landkreises Cloppenburg einen guten Einblick in die Branche hat.

Einen Stein im Brett hat die Pflege auch bei Schulleiterin Simone Hegger-Flatken. „Wer über gute soziale Fähigkeiten verfügt, sollte sie auch beruflich nutzen können. Für den ist ein Beruf in der Pflege was, für den kann das eine Startmöglichkeit in einer Branche sein, in der er seine Stärken nutzen kann.“ An der Marienschule gebe es durch eine Kooperation mit dem St. Pius-Stift, durch die Praktika vergeben werden, bereits Anknüpfungspunkte zum Berufsfeld. Damit die Schüler am Terminal die Kontaktdaten mit ihren Smartphones via QR-Code einscannen können, will die Schulleiterin ein Auge zudrücken und im Gegensatz zum Rest des Schulgebäudes die Handynutzung rund um den Pflegebotschafter gestatten. „Vielleicht sorgt das ja für noch mehr Aufmerksamkeit unter den Schülern“, überlegt Hegger-Flatken augenzwinkernd.

Als aktiver Schirmherr des Vereins „Perspektive: Pflege!“ begutachtete auch der Landtagsabgeordnete Christoph Eilers die innovative Infotafel. „Ich war sehr verwundert, wie viel ein Azubi im ersten Lehrjahr im Pflegeberuf verdient“, zeigte sich der Politiker nach einer Recherche mit dem Gerät positiv überrascht. Nicht nur für ihn als Mitglied des Niedersächsischen Sozialausschusses - oder auch selbst älter werdendem Menschen - habe die Pflege eine wichtige Bedeutung, „wer über viel Mitgefühl und Empathie verfügt, kann das in diesem Berufsfeld ausleben.  Das kann sehr befriedigend und ausfüllend sein“.

Gut angekommen in der Schule ist den Pflegebotschafter bereits. „Schon bei der Aufstellung rätselten die Schüler, wofür das von ihnen so genannte Riesensmartphone gut sein soll. Aber in der großen Pause gab es keine Scheu mehr. Manche Schüler haben direkt diskutiert, ob sie sich vorstellen könnten, den Pflegeberuf zu ergreifen“, hat Projektkoordinator Terhaag beobachtet. Noch bis Freitag soll das Gerät in der Marienschule in Betrieb sein. Die erste Woche wird auch als Testphase genutzt, um die Inhalte für kommende Einsätze zu optimieren. Der digitale Berater soll bis Mitte 2020 jeweils für eine Woche in verschiedenen Schulen im ganzen Landkreis Cloppenburg für die Pflegeberufe werben.

Um herauszufinden, welche Einrichtungen und schulischen Wege bei Interesse im Einzelfall am sinnvollsten sind, bietet der Verein „Perspektive: Pflege!“ individuelle Beratung und Unterstützung beim Berufseinstieg an. Man erreicht Projektkoordinator Thole Terhaag unter Telefon 04471/15880, per E-Mail perspektive-pflege(at)lkclp.de oder persönlich in der Beratungsstelle, Pingel-Anton 23 in Cloppenburg.

 

Autor der Pressemitteilung: Sascha Sebastian Rühl